handbrewing. it´s a thing.

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Nachdem ich letztes Jahr meine zur Maschine gehörige Kaffeekanne runtergeschmissen habe, natürlich unabsichtlich, bin ich auf handbrew umgestiegen. Man kann auch handgebrühter Filterkaffee sagen, wenn einem das lieber ist. Aber wie so oft, klingt der englische Begriff irgendwie cooler.

Es ist nämlich so, dass die Firma, die meine Kaffeemaschine hergestellt hat, leider keine Ersatzkannen produziert. Super unnachhaltig, oder? Eine neue zu kaufen kam für mich nicht in Frage und…

…ich hatte ein paar Monate zuvor einen Porzellanfilter gekauft, welcher meine Rettung war – und jetzt ist er auch mein und alles.

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So sieht das gute Stück aus. Filter dieser Art kennt man vielleicht aus Omas Küche, denn handbrewing ist eigentlich nix neues. Es gibt auch Filter aus Plastik, größere und kleinere. Rein kommt ein gewöhnlicher Papierfilter.

-Und wie geht das jetzt genau? Gibt es da etwa Unterschiede zur Kaffeemaschine?-

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Aber ja. Zum einen funktioniert hier nix automatisch, wie von einer Kaffeemaschine gewohnt. Sogar das Wasser muss man selbst kochen. Zum anderen schmeckt dasselbe Kaffeepulver, mit dieser Methode aufgebrüht, ganz anders.

Ich gehe immer in dieser Reihenfolge vor:

  • Wasserkocher auffüllen und anstellen
  • Papierfilter in den Porzellanfilter legen
  • Papierfilter mit kochendem Wasser übergießen, bisschen schwenken, dann restliches Wasser ausgießen
  • Kaffeepulver in Filter löffeln
  • Pulver mit nicht mehr kochendem Wasser übergießen, bis der Kaffee bedeckt ist
  • kurz warten und Kaffee „quellen lassen“, 30 Sek oder so
  • Filter in kreisender Bewegung langsam mit kreisender Bewegung auffüllen
  • Wasser durchlaufen lassen
  • Fertig!

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-Warum gießt du kochendes Wasser in den leeren Filter und kippst dann wieder aus?-

Den Tip, den Filter „zu waschen“, habe ich mal bekommen und mache es seitdem immer so. Das hat geschmackliche Gründe, man wäscht den Papiergeschmack damit raus und wärmt gleichzeitig das Porzellan vor. Man muss das auch nicht zwingend machen.

Filter hat zum Beispiel amazon, aus Plastik habe ich sie auch schon bei rewe und famila gesehen und mein Filter ist von Tiger. Papierfilter und Kaffeepulver gibt es im Supermarkt deines Vertraunes.

 

-Ist es wichtig, dass das Wasser zum Übergießen nicht mehr kocht?-

Ja. Und zwar auch aus geschmacklichen Gründen: ist das Wasser zu heiß, schmeckt der Kaffee nicht so gut. Die Aromen werden „verbrannt“ oder wie soll ich das sagen? Viele Kaffeemaschinen überbrühen übrigens zu heiß auf. Vielleicht hattest du ja schon mal Kaffee der verbrannt geschmeckt hat, das kann daher kommen. Es gibt auch Leute, die die Temperatur messen, so genau nehme ich es nicht. Ideal wären aber 93°-97°C. Mit der richtigen Temperatur kann sogar Himbeeraromen, etc aus dem Kaffeepulver herauskitzeln.

 

-Wieso überdeckt man das Pulver erst mal mit wenig Wasser und wartet dann kurz?-

In dieser ersten Phase, die auch „blooming“ genannt wird, lösen sich die ersten Aromastoffe.

 

-Und dann übergießt du das und fertig?-

Genau. Und zwar kreisend, damit das Pulver in Bewegung bleibt und sich nicht an der Filterwand absetzt.
Nach drei Minuten sollte das Wasser allerdings durch gelaufen sein, oder ich nehme dann den Filter von der Tasse/der Kanne. Nach 3 Minuten beginnen nämlich die Bitterstoffe sich zu lösen und die will man auch nicht haben.

 

-Das klingt aber nach viel Arbeit, für eine Tasse Kaffee!-

Joa, wer Knopfdruck-Komfort zum Leben braucht, sollte sich dann vielleicht mit dem Knopfdruck auf den Wasserkocher abfinden. Übrigens dauert das Kaffeeaufbrühen per Hand meines Gefühls nach nicht länger als das Kochen mit der Maschine. Bei größeren Mengen wird es hier dann vielleicht kniffelig. Macht man, sagen wir, eine Kanne, muss man natürlich die ganze Zeit dabei bleiben und immer nachgießen. Ich stelle den Filter dann auf die Isokanne, das hält meinem Kannenmodel.

 

-Manche Leute nehmen auch noch besonderes Wasser, habe ich gehört.-

Das stimmt, zum Beispiel gießen sie das Wasser erst noch durch einen Kalkfilter oder benutzen stilles Mineralwasser. Ich persönlich mache das nicht, weil das Wasser hier in meinem Wohnort sowie so schon sehr weich ist. Ich trinke es auch pur und mag den Geschmack. Muss wohl jeder für sich selbst wissen.

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Handbrew schmeckt defintiv anders und definitiv besser, wie ich finde. Ich werde mir jedenfalls erst mal keine elektrische Maschine kaufen. Höchstens noch eine Kaffeemühle, dann ist es wirklich fast so, wie damals zu Omas Zeiten. Frischgemahlenes Kaffeepulver schmeckt nämlich am allerallerbesten!

 

 

Noch Fragen? Entweder stelltst du sie im Kommentarfeld oder du schaust einfach mal bei youtube nach, gib einfach „handbrewd coffee“ oder sowas ein und schon bekommst du x how-to Videos.

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