you know it when you feel it.

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  • Ich musste mal raus, in eine andere Stadt. Wir verbringen die Nacht in irgendeinem Club. Es wird viel Indie gespielt, mein Herz. Die Menge pusht sich hoch, bis es soweit ist. Und beginnt zu brüllen: „Ooooohooooh“. Und den Rest vom Text kann niemand, aber das ist egal. Es ist drei Uhr morgens und das Leben ist schön.

 

  • Ich stehe an der Bushaltestelle, mit Rucksack auf dem Rücken und Laptoptasche in der Hand. In 15 Minuten muss ich ein Referat halten und der Bus kommt nicht. Panisch sehe ich auf die Uhr, dann auf den Busfahrplan, dann kommt der Bus. Zu spät. Ich habe vergessen, dass heute der erste Tag der Sommerferien ist und da fahren immer weniger Busse und zu anderen Zeiten.

 

  • Ich renne den Flur entlang, komme vor der Tür zum Stehen und höre die Dozentin durch die Tür hindurch sagen: „Wenn sie jetzt nicht gleich kommt, machen Sie bitte weiter.“.

 

  • Es ist Samstagabend und wir versuchen etwas zu unternehmen. Theater ist ausverkauft, im Kino kommt nix und alle Partys in den Clubs sind für die Katz. Wir betrinken uns in den letzten 20 Minuten der Happy Hour in einer Bar und gehen nach Hause. Blödes Kaff.

 

  • Ich laufe die letzten Meter mit großen Schritten, steige über eine große Wurzel und ein paar kleinere Felsen. Komme oben an und trage mich im Buch ein. Dann sehe ich über die Landschaft. Von hier kann man an guten Tagen das Meer sehen. Ein älterer Herr in Sportkleidung kommt oben an. Der Moment der Stille ist vorbei und ich laufe wieder hinunter.

 

  • Wir haben die letzte Klausur für diese Prüfungszeit geschrieben und wollen feiern gehen. Auf dem Weg in die Banane fängt es an zu schneien. Am nächsten Morgen fällt mir auf, dass ich meine Jacke im Clubraum vergessen haben muss.

 

  • Ich sitze in der Bahn, der Zug rollt an. Die Flucht aus der Realität in der es dich gibt ist vorbei. Ich wähle blind eine ???-Folge auf dem iPod aus und lasse die Gedanken so laufen. Ich will nicht zurück. Doch ich bin nicht mehr traurig. Ich bin schon an dem Punkt, an dem man wütend ist.

 

 

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Wie es wurde, was es heute ist.

Und selten hat mich jemand so frustriert wie du. Kaum ein erster Eindruck so enttäuscht. Ich kam, sah und wollte wieder weg. Allein, allein. Obwohl meine Mitbewohnerin sogar aus der alten Heimat kam. Aber du warst grau und hässlich. Ich kannte niemanden und die, die ich kannte, fuhren jeden Abend wieder nach Hause in die große Stadt. Halt doch auch nur Provinz, aber mit besseren Bahnanbindungen. Weiterlesen

//noch mal baden gehen//

Ich greife nach dem Wasserglas auf dem Tisch und trinke einen Schluck. Draußen ist es warm und niemand von uns hat Schuhe an. Was soll das auch, es ist Sommer. Das Fenster ist weit geöffnet und die warme Luft unterspült uns. Auf dem Nachbargrundstück versucht jemand einen Rasenmäher zu starten. Es klappt scheinbar nicht, der Nachbar geht laut fluchend wieder ins Haus und fährt wenig später mit seinem Auto davon. Auf der Straße spielen Kinder mit Wasserpistolen und Straßenmalkreide. Lasst sie doch, es ist Sommer. Weiterlesen

noch mehr Sommer.

Ich sitze einfach so hier, auf dem Dach. Ich habe einen Sichtschutz angebracht, damit ich das Geländer nicht sehen muss. Ich habe Pflanzen gekauft und gezogen. Kleinvieh flattert um den blühenden Schnittlauch. Ich habe ein Sitzkissen für den Boden gemacht, aus einem großen Polster und einer Wachstuchtischdecke. Vor mir steht mein Laptop, neben mir steht ein Glas Wein und aus den Kopfhörern kommt die richtige Musik für diesen Sommerabend. Einer Playlist, die mit Homesick von Kings of Convenience endet kann man trauen. Weiterlesen

//wo sie hingeht//

„Ich geh noch mal raus!“ ruft sie. „Jaaaa!“ rufe ich zurück, um zu signalisieren, dass ich das wahrgenommen habe. Und will noch hinterherrufen, dass ich heute Abend doch nicht weg gehe. Aber da klappert schon die Tür. Ihre Schritte hallen über den Flur, die Treppenstufen hinunter und dann sind sie weg. Die Haustür knallt zu und ich bin wieder allein. Ich frage mich, was sie macht, wenn sie sagt, dass sie noch mal rausgeht. Geht sie einkaufen? Trifft sie Freunde? Führt sie fremder Leute Hund aus oder dreht sie einfach nur eine Runde? Ich habe sie das noch nie gefragt. Und widme mich wieder meiner Arbeit, ich muss den Text bis morgen gelesen haben.

Sie weiß selbst noch nicht, wo sie hingeht, wenn sie das Haus verlässt. Weiterlesen